Noroviren

Noroviren rufen vor allem in der kühlen Jahreszeit häufig Einzel- und insbesondere Gruppenerkrankungen hervor, die teilweise mit Lebensmitteln assoziiert sind. Ausbrüche mit teilweise mehreren hundert beteiligten Erkrankten fokussieren sich auf in sich geschlossene Gemeinschaftseinrichtungen wie Kreuzfahrtschiffe, Altersheime, Kindergärten oder Kasernen.

Besonderheiten

  • Die im Tierreich verbreiteten Norovirus-Varianten sind offensichtlich nicht relevant für den Menschen
  • In früheren Veröffentlichungen findet sich die Bezeichnung Norwalk-like Virus oder Small Round Structured Virus (SRSV). Noroviren gehören zur Familie der Caliciviridae. Sie sind nicht behüllte RNA-Viren
  • Die Mensch-zu-Mensch-Übertragung spielt bei einem Ausbruchsgeschehen eine sehr wichtige Rolle

Vorkommen

als fäkale Verunreinigung in Wasser (auch Meerwasser), Mensch als Überträger

Betroffene Lebensmittel

primär kontaminierte Lebensmittel sind Meeresfrüchte und insbesondere Muscheln, die Noroviren akkumulieren können; sekundär können alle Lebensmittel betroffen sein, die über Oberflächen, Personal oder primär kontaminierte Lebensmittel kontaminiert wurden, besonders Saucen, Aufschnittware und Salate tragen zur Verbreitung bei

Gefährdete Personen

alle Altersstufen; Kleinkinder und ältere Menschen sind besonders gefährdet

Krankheitssymptome

heftiges Erbrechen und starke Durchfälle, akute Gastroenteritis, grippeartige Symptome

Minimal infektiöse Dosis

nicht bekannt, aber bereits geringe Virenzahlen können wahrscheinlich eine Erkrankung auslösen

Inkubationszeit

12 bis 48 Stunden

Krankheitsdauer

12 bis 48 Stunden

Temperatur

Infektionsfähigkeit wird in kühleren Temperaturen, d.h. <10-15°C erhalten, daher Anstieg der Erkrankungsraten in der kühlen Jahreszeit

pH-Wert

sehr säurestabil

Tipps

  • In Gemeinschaftseinrichtungen sollte auf Personalhygiene besonders geachtet werden
  • Insbesondere Speisenausgabestellen können als Vektor für die weitere Ausbreitung dienen (z.B. Salate, Salatsaucen, Bedarfsgegenstände etc.)
  • Nach einem Ausbruch ist die Isolierung der Erkrankten wichtig sowie eine gründliche Reinigung und Desinfektion einschließlich aller öffentlich zugänglichen Bereiche

Weiterführende Links:

www.bfr.bund.de
www.efsa.europa.eu